Mittwoch, 27. Januar 2010

Beyonce meets Secret of Mana?

Kommt es mir nur so vor, oder klingt das Sample vom neuen Beyonce Knowles Song "Video Phone" featuring Lady Gaga tatsächlich ein wenig wie der Sound aus dem SNES Videospiel "Secret of Mana"...?



Ab Sekunde 10 anhören.



Ab Sekunde 30 anhören.

Sonntag, 13. September 2009

Auf dem Symphonic Fantasies Konzert

Gestern, am 12. September gab es in der Kölner Philharmonie nicht nur eine offizielle Premiere in doppelter Hinsicht - das Symphonic Fantasies Konzert wurde nämlich erstmalig sowohl live im Radio, wie auch im Internet ausgestrahlt - sondern auch eine ganz persönliche. Es war für mich das erste Mal, dass ich einem professionellen(!) Live-Orchester lauschen durfte und auch das erste Mal, dass ich die fantastische Arbeit des Videospiel-Komponisten Nobuo Uematsu in dessen physischer Gegenwart genießen durfte.

Ganz unspektakulär saßen Uematsu und seine drei Komponisten-Kollegen/Innen einfach in der Menge des Publikums, während die sonst ältere Töne gewohnten Hallen unter der orchestrierten Wucht der Welten von Secret of Mana, Kingdom Hearts, Chrono Trigger und Final Fantasy erbebten.

Vielleicht klingt das dramatischer als es war, aber mich persönlich hat es doch außerordentlich berührt, die Klänge meiner Kindheit nun in formvollendeter Pracht erneut hören zu dürfen. Und es ist noch etwas mehr als das; es kam einer großen Genugtuung gleich, meine tiefe und alte Leidenschaft nach so langen Jahren endlich voll anerkannt zu sehen. Die Klänge von vielen vielen Jahren nur müde belächelten Videospielen waren endlich verwoben mit den Instrumenten und Musikern der großen Klassik. Egal wie stark sie ihre Instrumente und Gehirne nun auch waschen mögen, von gestern an haften ihnen auch immer ein paar Bits und Bytes an. Am liebsten wäre ich aufgesprungen und hätte geschrieen: Ha! Seht ihr! Es ist der Tag gekommen! Aber es waren ja nur andere Fans da...

Daher bin ich wenigstens für mehrere Standing Ovations aufgesprungen. Witzig war, als der Moderator Chrono Trigger ankündigen wollte, es sich aber nicht verkneifen konnte, den Namen Nobou Uematsu (Komponist der legendären Final Fantasy) zu erwähnen. Obwohl nur als Randnotiz gedacht, brach daraufhin jubelnder Applaus aus, obwohl die Blumen ja eigentlich dem Komponisten von Chrono Trigger, Yasunori Mitsuda, gelten sollten... aber wann kann man seinem großen Idol schon einmal live Tribut zollen? So bekam Uematsu-San dann die doppelte Ladung Applaus*.

Die Stücke waren schön orchestriert, ich persönlich hätte aber durchaus auf Kingdom Hearts verzichten können und dafür mehr von Final Fantasy gehört. Immerhin ist dies die bekannteste Reihe von Square-Enix und hat im wahrsten Sinne des Wortes ein Dutzend gelungener Soundtracks zu bieten. Auch bin ich kein sonderlicher Fan von Medleys. Lieber hätte ich die einzelnen Stücke seperat voneinander gehört, dafür jedes intensiver. Aber gut, in zwei Stunden lassen sich eben nur X Inhalte packen.

Die größte Beinahe-Enttäuschung war, als das Final Fantasy Medley ganz ohne den Klassiker "One Winged Angel" endete. Doch es gab eine Zugabe und es war, als hätte diese Schlawiner genau gewusst, das Publikum zu prellen. Denn am Ende kam es dann doch, und das Publikum jubelte und klatschte sogar in die Aufführung rein.

Das einzige, was ich mir vorwerfe, ist, dass ich beim ersten Applaus für Herrn Uematsu nicht auch aufgestanden bin. Habe ich übrigens schon gesagt, dass ich eines Tages mal mit ihm zusammen arbeiten werde? Nein? Dann nehmt das an dieser Stelle als ein festes Versprechen hin.


* Uematsu hat auch Anteil am Chrono Trigger Soundtrack. Aber sein Applaus stand in keinem Verhältnis zu dem des Hauptverantwortlichen.


Freitag, 28. August 2009

EES - "No, No, No!"

Für alle, die mein neues Musikvideo noch nicht gesehen haben, hier auch mal eine kleine Meldung auf dem Blog :) "No, No, No" von EES, gedreht in Köln an nur einem Tag und mit keinem Budget. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Freitag, 14. August 2009

Endspurt für Ees' "No, No, No" - ein Pannenbericht

Nach knapp zwei Monaten verstreuter Arbeit und einer Marathon-Woche für die Fertigstellung hat das Schiff endlich seinen Hafen erreicht, die Odyssee endet in Ithaka. Wem das zu schlau daherkommt: Das Moped ist fertisch. "No, No, No" tanzt endlich auf YouTube vor sich hin, später auf MTV Africa. Nicht etwa, dass ich den großen Stress und das Last-Minute-Arbeiten etwa NICHT erwartet hätte; und nicht auch etwa, dass ich es sogar ein bisschen vermisst habe. Nein, nein, das alles nicht. Der Ärger entstand mir in dieser Woche viel eher durch die groteske Form der Selbstverständlichkeit, mit der mir mein sorgsam zurecht gelegter Zeitpuffer vom Schicksal weggefressen wurde. Am Montagabend gab es die Abnahme durch Ees. Abnahme heißt, das Video muss schon ziemlich nahe der Fertigstellung sein, sonst macht so eine Abnahme keinen Sinn. Heißt auch, dass mir theoretisch drei Tage (und Nächte) blieben, um die letzten Feinheiten zu erledigen. Ein stemmbare Aufgabe für ein Vier-Minuten-Video könnte man meinen. Theoretisch. Am Dienstag sollten die Anpassungsswünsche von Ees berücksichtigt werden. In der Nacht - ausrendern. Am Mittwoch sollte das Intro (Flug über den Globus) fertiggestellt werden. In der Nacht - ausrendern. Am Donnerstag schließlich sollte alles nur noch überprüft & versüßt werden, rendern (minimal), abends Abgabe. Toller Plan. Könnte man meinen.

Time Waste #1

Nun entschied sich am Dienstag allerdings mein Schnittprogramm Adobe Premiere einen SCHWERWIEGENDEN FEHLER auszuspucken bei jedem Öffnungsversuch. Neuinstallation - nix. Recherche - too much. Eigentlich halb so wild. Ich war ja schon in das Finishing Programm After Effects "umgezogen". Aaaber. Die Wünsche von Ees bezogen sich auf den Schnitt. "Mooomeeent!", lehrte ich ihn da also am Montag neunmalklug, "wir machen die Änderungen in Premiere, aber nur wegen der Handhabung. Die ECHTEN Änderungen mache ich hingegen in After Effects. So spare ich mir einen erneuten Umzug." Denn ein Umzug von dem einen Programm ins andere bedeutet viele Stunden Fitzelarbeit. Schnitt auf Dienstag: Ich will mir die Änderungen vom Montag in Premiere anschauen. Schwerwiegender Fehler. Hm. Also: Umziehen, viele Stunden Fitzelarbeit. Weil After Effects kann Premiere Dateien öffnen (= man zieht um), mein Premiere nicht.

Time Waste #2

Bis in die frühen Morgenstunden konnte ich dann soweit alle Änderungen vornehmen, schlafen gehen und den Rechner zum Rendern tun. Als ich gegen 13 Uhr erwachte, war das Intro dran. Ein tolles Ding. Bis in die Abendstunden wurde dran gebastelt - ich lag noch in der Zeit. Nur entschied sich das After Effecs Projekt beim Rendern dann zu einem Fehler, der mir zuvor noch nie untergekommen ist: "Der Bildpuffer konnte nicht zugeordnet werden". Wow. Ich hatte das Ding zu groß gemacht und nun keine Chance, es in überschaubarer Zeit kleiner zu machen. Aber klar, hab ich Verständnis für - dachte ich mir - mein armer PC, er ist doch noch so klein... es handelt sich doch nur um eine DUAL QUAD CORE 4 GB RAM DELL PRECISION WORKSTATION. Fuck off. Ich stellte in der Nacht noch Recherchen an, wie man After Effects aufbohren könnte. Nichts half. Mir kam die Idee, VORZURENDERN. Kleine Stückl sozusagen, Step-by-Step. Ich lieh mir während dem Rendering den Film Mars Attacks aus. Vor-rendern erfolgreich. Mars Attacks lief noch. Also - Intro ERNEUT zum vollständigen Rendern tun. Als mein Tag dann gegen 6 Uhr morgens endete, schaute ich nach und das Projekt war gerendert! Yeah! Aber moment... die Vor-Renderings hatten einen eklatanten Renderingfehler eingespeist. Alle Mühe umsonst. Genau wie Mars Attacks. Ich entschied mich, während der Heiazeit lieber das Musikvideo als HD auszurendern. Dumm nur, dass ich dann tags darauf erfuhr, dass das HD Material gar nicht so dringlich wäre. Naja. Schlafen hätte ich ja eh gemusst.

Time Waste #3

Eine meiner Recherchen zur Verbesserung der After Effects Performance führte mich zu einem Rendering-Plugin, was eigentlich ganz toll sein soll. War es aber nicht, der Fehler blieb bestehen und der Rechner wurde brutto ca eine Stunde lang sinnlos ausgebremst. Nukleorer Bullshit. Aber ich war auch etwas gereizt.

Time Waste #4

Eine weitere Kleinigkeit war der Umstand, dass meine Arbeitsfestplatte zu voll war, um das unkomprimierte Material speichern zu können. Ich musste also einen großen Säuberungslauf und Umzug veranstalten. Und 100 GB Transfer wollen ja auch erstmal über eine USB Schnittstelle gejagt werden...

Time Waste #5

Als #5 bezeichne ich den Abschnitt von sämtlichen Kommunikationskanälen, als ich am Donnerstag aufstand. Das Intro musste allmählich gerendert werden und ich dachte mir, eine letzte Recherche zur Performance Steigerung ist noch drin! Mein Browser zeigte mir eine fremde Startseite an. Hm. "Ihr Internetzugang wurde gesperrt." Cool. Da hieß es, ich habe entweder die Rechnung nicht gezahlt oder bin Virenverseucht. Ich vermute letzteres, siehe meinen vorigen Blog Entry. Auf alle Fälle war nichts mehr mit Recherchieren, mit Internet und ÜBERHAUPT. Nun zumindest mal die weitere Planung meines sozialen Lebens fürs WE wollte ich noch klären, und als Minimum das Treffen mit Ees am Abend besprechen. Aber. Mein Handyladegerät war nicht da und mein Handyakku leer. Und mein Telefon hängt sich alle paar Tage auf, so auch an besagtem Donnerstag. Aufhängen = ich höre nix mehr. Die Lösung ist, meine ganze Verkabelung auszustecken, in verschiedenen Reihenfolgen wieder reinzustecken und zu hoffen, dass das Problem verschwindet. Da ich mich ja irgendwie mit der Außenwelt verständigen musste, hieß es also, meine Rendering Bemühungen zwischenzeitig aufzugeben. Irgendwann ging das Telefon dann wieder. KAUFT EUCH KEINE FRITZ BOX! Ich hab die zumindest das letzte Mal gekauft. Achja, nur am Rande: Die Recherche auf dem eigenen Rechner zur Performancesteigerung ging auch nicht, da mein Windows eine fehlende DLL Datei meldete, die für die Suchfunktion nötig ist.

Time Waste #6

Aber der wirklich heftigste Time Waste, der dann den kompletten Donnerstag bis 19 Uhr eingenommen hat, war etwas, das ich gerne "Betreutes Rendern" nenne. Nicht Betreutes Wohnen, nicht Betreutes Lernen - Betreutes Rendern. Das heißt, du musst die ganze Zeit vor deinem Rechner sitzen und den Rendervorgang genau beobachten, weil er quasi zu jedem Zeitpunkt abbrechen kann und du ihn dann wieder ankurbeln musst. Ein Spaßgarant auf Jahre. Auf diese Weise gelang es mir, den Bildpuffer Fehler zu "umgehen". Höhö. Da hab ich es After Effects gegeben wa. Jedem Frame entgegen fiebern, den Rechner alle paar Minuten neustarten, ansonsten zumindest After Effects - eine Erfahrung, die man mal machen sollte! Es ist geil zu sehen wie deine Langeweile vor lauter Ödness im Konflikt ist mit der Angst, jede Sekunde der Deadline näher zu kommen. Vergeht die Zeit nun langsam oder schnell? Ich verrate es nicht!

Happy End...

So gab es denn also keinen Zeitpuffer mehr, keine Sahnehäubchen. Nur ne alte Bohnensuppe vom Vortag (für mehr fehlte die Zeit). Auf den letzten Drücker konnte ich das Intro dann mit dem restlichen Material verbinden, einen Look drauflegen und - oh ja, wieder After Effects Abstürze beobachten! Da ich den Tag über mit Betreutem Rendern zugebracht habe (1-3 Frames pro Durchlauf), konnten mir die Abstürze alle 20-30 Frames aber nur ein müdes Lächeln entlocken. Ich behielt die Oberhand. Um 20.30 Uhr konnte ich den Film brennen, Abgabe 21.00 Uhr. Nice!

Fazit

Was ich an alledem so beeindruckend Scheiße finde, ist, dass ich alle genannten Fehler selten bis nie, und dann einzeln verteilt über viele Dekaden (ich übertreibe) bekomme - aber doch nicht alle in der gleichen Woche! Nun will ich meine eigene Schuld gar nicht leugnen. Und bestimmt sind alle Dinge auf kosmische Weise miteinander verknüpft und kausal nachvollziehbar. Wer seinen Rechner am Montag z.B. auf der Systempartition auf 1 MB freiem(!) Plattenspeicher fährt (wusste gar nicht, dass das technisch möglich ist), wer in After Effects eine Komposition mit 9500x3500 Pixeln anlegt, wer sein Handyladegerät verlegt und seinen Rechner nicht sorgsam genug von Viren befreit (ich habe AntiVir durchlaufen gelassen, echt!), wer wild in den lokalen Settings die GB-schweren Ordner löscht - ja der mein lieber Leser, der verdient es auch nicht anders! Und trotzdem bleibt das Gefühl, mal wieder Opfer und Zeuge einer legendären Schweinerei geworden zu sein. Oink oink.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Besuchertausch für Webmaster - eBesucher.de

Ich bin auf eine gute Website gestoßen, die für jeden Betreiber einer eigenen Website egal welcher Größe interessant sein dürfte: www.ebesucher.de. Es geht kurz gesagt um Besuchertausch. Ich selbst war mit diesem System nicht sehr vertraut, ehe man mich auf der Seite aufgeklärt hat. Es geht recht einfach zu: Man meldet sich an und lässt im Hintergrund eine "Surfbar" laufen, also ein Browserfenster, in dem alle 15 Sekunden diverse Seiten rotieren. Dadurch generiert man Punkte, und diese Punkte wiederum können genutzt werden, um seine eigene Website in die Rotation mit aufzunehmen, die dann von allen Nutzern des Programms gesehen wird. Dadurch kann man mit mathematischer Präzision Traffic auf seiner Website erzeugen, und Besucherzahlen von 1000 und mehr pro Stunde generieren.

Der aufmerksame Leser hat natürlich auch schon die Kehrseite der Medaille bemerkt: Dadurch, dass die Website nur in einer 15 Sek Rotation angezeigt wird und viele User ihre Surfbar einfach nur im Hintergrund laufen lassen, sind diese User natürlich nicht so viel Wert wie reguläre. Die meisten, um genau zu sein, werden von ihrem "Besuch" auf der Website wahrscheinlich nicht einmal etwas mitkriegen.

Trotzdem hat es mir dieses System angetan. Zuerst, weil mehr Traffic am Ende doch immer gut ist (es kann außer Trafficgebühren eigentlich nur positive Zusatzeffekte bringen) und dann, weil eben doch nicht jeder User immer nur wegschaut. Google Analytics hat es mir gezeigt: Diverse Gäste von www.ebesucher.de haben sich lange über die 15 automatischen Sekunden auf der Page aufgehalten und diverse Unterseiten angeklickt. Es wäre illusorisch zu glauben, dass die Conversion höher als eine wenige Prozent liegt, wenn überhaupt. Andererseits kostet es den Website-Betreiber nur die Mühe, während seiner täglichen Internetarbeit die Surfbar im Hintergrund laufen zu lassen (und vielleicht findet man noch einen Kumpel, der selbst mitmacht). Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt also. Ich finde, die Page hat eine Chance verdient.

Nur zur Info: Es gibt auch ein Anwerbungsprogramm, und natürlich habe ich meine Links auf www.ebesucher.de mit meinem Referrer versehen. Wer es mir nicht gönnen möchte, der gebe den Link manuell ein ;)

*UPDATE*
Ich würde jedem, der an solchen Programmen teilnehmen möchte, auf jeden Fall dringend zu einer makellosen PC-Sicherheit raten. Ein Up-to-Date Anti-Virenprogramm ist Pflicht, besser noch zusätzlich eine Firewall und Sicherheitssettings des Browsers auf hoch stellen. Ich komme darauf, weil mir eben der Internetzugang gesperrt wurde, da mein PC angeblich Spammails versendet - AntiVir fand auch ein Backdoorprogramm. Da mir sowas vorher noch nicht passiert ist, vermute ich eine unseriöse Website, die sich in das eBesucher Programm geschmuggelt hat. Also Leute, seid schlauer und macht's mit.


Mittwoch, 15. Juli 2009

Zeiten des Aufruhrs - Filmtipp

Ich habe soeben den Film "Revolutionary Road" (dt. "Zeiten des Aufruhrs") gesehen und bin während ich diese Zeilen schreibe immer noch tief bewegt von dem Eindruck, den er auf mich hinterlassen hat.

Lange Zeit habe ich die Finger davon gelassen, da mir weder das Schnulzenpaar DiCaprio/Winslet, noch die Backcover-Story von einem Beziehungsdrama einen sonderlich appetittlichen Film versprach. Heute schließlich, um zwei Uhr nachts am Schalter der 24h-Stunden-Videothek, habe ich es mir dann anders überlegt und bin entgegen niedriger Erwartungen aufs Äußerste überrascht worden.

Dem Film gelingt, was meiner Meinung nach nur wenigen Filmen vergönnt ist: Eine tiefe menschliche Wahrheit in seinem Verlauf abzubilden. Die Leistung des von mir bislang verschmähten Schauspielerpaares tat zur punktpräzisen Inszenierung eines Sam "Amercian Beauty" Mendes und dem einfühlsamen Score eines Thomas Newman sein Übriges und hat einen Film entstehen lassen, der im Sinne seiner Aufgabenstellung 10 meiner 10 denkbaren Punkte erhält.

Ich will gar nicht weiter auf die Story eingehen, nur soviel: Tatsächlich handelt es sich um ein waschechtes Beziehungsdrama im ursprünglichsten Sinne, das um den vermeintlichen Traum eines gemeinsamen Neuanfangs in Paris und den damit einhergehenden Ängsten kreist. Wer den Film schaut, muss sich auf ein eben solches Drama einstellen: Laute und krude Momente wechseln mit einfühlsamen Liebesbekenntnissen in einem Rhythmus, der für jeden, der eigentlich gerade keine emotionale Achterbahn fahren wollte, schon fast anstrengend wirken kann. Das Spiel der Darsteller, auch in vielen Nebenrollen, hat für mich desöfteren einen Hauch des Overactings gehabt. Zugegeben also, der Affekt und das nach außen getragene Geplänkel fahren hart an einer Grenze, die je nach persönlicher Laune des Zuschauers vielleicht auch mal überschritten wird.

Und dennoch bin ich von dem Film und seiner Story hellauf begeistert. Denn er schafft es, das Gefühl zu vermitteln, dass all diese spannungsgeladenen, äußerlichen Momente immer noch gar nichts sind im Vergleich zu dem, was im Inneren der Charaktere vor sich geht. Er erzählt von zwei Menschen, mit denen man sich (ich zumindest) gut identifzieren kann, die in ihrem nahezu verzweifelten Streben nach Einzigartigkeit einen Traum leben wollen, der genau in dem Maße vernünftig und törricht wirkt, wie es der Verlauf des Films zeichnen will. Wir leben mit dem Pärchen ihre Krise aus, genießen mit ihnen zusammen das berauschende Gefühl, bald dem tristen Alltag nach Paris zu entfliehen und fühlen uns sodann ertappt, als sich die nachvollziehbaren Gründe dagegen entwickeln und wir selbst ratlos zurückbleiben.

Und zum Schluss ist alles so, wie man es von der nüchternen Wirklichkeit und dem menschlichen Gemüt erwarten würde, ohne aber die Charaktere, die ihm zum Opfer fallen, zu verurteilen. Gut, das dramatisierte Ende setzt dann noch einen oben drauf, aber das macht den Film schließlich auch zu dem erzählerischen Meisterwerk, für das ich ihn halte (nur Realität ist ja auf doof ;)). Ich würde soweit gehen und dem Plot eine Shakespeare'sche Tragweite zusprechen, ebenso wie eine Tragik. Denn ohja, traurig ist er auch, unendlich traurig. Aber ein Denkmal für die Menschlichkeit.

So, dann mache ich mal auf und bringe ihn zurück. Das Menü, das in Warteschleife im anderen Zimmer läuft, geht mir trotz des fantastischen Inhalts allmählich auf den Senkel ;)


Donnerstag, 9. Juli 2009

Blog offiziell online

Seit heute ist dieser Blog offiziell online. Wie ich schon in meinem Platzhalter-Text (erster Post) so treffend schrieb, bleibt abzuwarten, ob ich mich tatsächlich in die Riege der verlässlichen Blogger einreihen werde. Schreibebedarf habe ich zwar oft, nur meistens entlädt der sich zielgerichtet auf meine Geschichten :) Wie dem auch sei, ich hoffe, hier das eine oder andere interessante Update anbringen zu können und dir, dem Leser, einen echten Mehrwert zu schaffen. Damit sich das Lesen dieser Zeilen nun wenigstens ein bisschen gelohnt hat, hier als Entschädigung eines meiner momentanen Lieblingsbilder: http://www.hipsterwave.com/wp-content/uploads/2009/03/yo-dawg-oven.jpg. Wenn das mal kein Mehrwert war...